Erste Hilfe

Unterbringung

Ernährung

Überwintern

Auswilderung

Welche Igel benötigen Hilfe?

  • Verletzte Igel
  • Kranke Igel
  • Verwaiste Igelsäuglinge


Wer Igeln helfen möchte - muss sich sachkundig machen!
(Tierschutzgesetz § 2)

Erste Hilfe:

  • Wärmen!

  • Futter und Getränk anbieten!

  • Notunterkunft herrichten!

  • Umgehend einen Tierarzt und/oder eine Igelstation ausfindig machen!

  • Ungeziefer entfernen!
    • Fliegeneier und Maden sorgfältig absammeln, besonders in den Körperöffnungen
    • Flöhe mit (mildem) Flohspray - nicht mit Flohpuder - abtöten

Pflege hilfsbedürftiger Igel

Mit freundlicher Genehmigung von Pro Igel e.V.

Generell ist es verboten, Tiere der besonders geschützten Arten - und dazu zählt der Igel - aus der Natur zu entnehmen. Dies gilt auch für den eigenen Garten! Das Naturschutzgesetz erlaubt jedoch, hilfsbedürftige Igel im Sinne des BNatSchG § 43, auf die eine der folgenden Definitionen zutrifft, aufzuziehen bzw. gesund zu pflegen. Paßt keines dieser Kriterien auf den Igel, den Sie gefunden haben, so setzen Sie ihn bitte umgehend wieder am Fundort aus. Drohen ihm dort jedoch Gefahren, bringen Sie ihn in ein Grüngelände mit Unterschlüpfen.
Durch die rechtzeitige Einrichtung einer Futterstelle in den nahrungsarmen Jahreszeiten (Frühjahr und Herbst) erübrigt es sich oft, Igel in menschliche Obhut zu nehmen.

Zufütterung im Freien:

Um das Futter vor Vögeln, aber auch vor Regen zu schützen, stellt man es abends in ein mit mindestens zwei 10 x 10 cm kleinen Einschlupflöchern versehenes Kistchen. Muß das Futter zusätzlich noch vor Katzen geschützt werden, empfiehlt sich der Bau eines Futterhauses mit verwinkeltem Eingang. Futterreste müssen morgens unbedingt beseitigt und die Schüsseln heiß gespült werden.
Wenn Sie unsicher sind, ob der Besucher Ihrer Futterstelle wirklich nur hungrig oder vielleicht doch krank ist, wiegen Sie den Igel, markieren ihn mit einem kleinen Tupfer Nagellack auf den Stacheln und setzen Sie ihn wieder hinaus. Nach einigen Tagen wiederholen Sie das Wiegen. Hat der Igel nicht zugenommen, muß evtl. eingegriffen und der Igel genauer untersucht werden.

Kriterien für die Hilfsbedürftigkeit:

  • Verletzte Igel oder solche, die womöglich tagelang ohne Futter und Wasser in Lichtschächten, leeren Schwimmbecken oder ähnlichem gefangen waren.
  • Kranke Igel. Man erkennt sie meist daran, daß sie tagsüber herumlaufen, - torkeln oder -liegen. Sie sind oft apathisch, kühl, rollen sich kaum ein, sind häufig mager. Hinter dem Kopf sieht man eine Einbuchtung, Schultern und Hüftknochen bilden sich deutlich ab. Die Augen sind nicht rund, sondern schlitzförmig und eingefallen. Tagaktivität ist beim Nachttier Igel immer ein Alarmzeichen. Eine Ausnahme bilden allerdings aufgestörte Igel. Zerstört man z.B. bei Gartenarbeiten ein Igelnest, sucht sich auch ein gesundes Tier tags-über einen neuen Unterschlupf.
  • Verwaiste Igelsäuglinge, die sich tagsüber außerhalb des Nestes aufhalten, geschlossene Augen und Ohren haben und evtl. unterkühlt sind (frühestens ab Juni/Juli, meist im Aug./Sept.)

Erste Hilfe - Checkliste:

  • Notieren Sie sich das Funddatum, die Uhrzeit, das Gewicht und die genaue Fundstelle. Beginnen Sie damit den «Pflegebericht», in den Sie weiterhin Gewichtszunahme, Tierarztbesuche usw. eintragen.
  • Untersuchen Sie den Igel in jedem Fall auf Verletzungen. Inspizieren Sie auch Kopf, Bauchseite und Beine.
  • Unterkühlte Igel müssen aufgewärmt werden. Eine Unterkühlung ist vorhanden, wenn sich das Tier an der Bauchseite deutlich kälter anfühlt, als Ihre Hand. Eine mit gut handwarmem Wasser gefüllte Gummi-wärmflasche - kein Heizkissen! - umwickelt man mit einem Frotteehandtuch und legt sie in einen passenden, hochwandigen Karton. Darauf setzt man den Igel und deckt ihn mit einem weiteren Handtuch zu
  • Baden Sie Igel nicht! Lassen Sie Flöhe und Zecken vom Tierarzt entfernen. Fliegeneier und Maden sollten baldmöglichst sorgfältig mit einer Pinzette abgesammelt werden, insbesondere aus den Körperöffnungen.
  • Suchen Sie den Tierarzt möglichst bald auf. Ihr Igel ist krank. Unterbringung und Ernährung im Haus allein heilen das Tier nicht!
  • Richten Sie in einem Raum mit Zimmertemperatur - nicht im Freien! - einen Auslauf für den Igel her. Käfige, Obstkisten, Bade oder Waschwannen sind keine igelgemäßen Unterkünfte.
  • Geben Sie Ihrem Igel zur Erstversorgung entweder ein Schüsselchen mit Katzen- oder Hundedosenfutter oder braten Sie ihm in der Pfanne ein Rührei mit etwas Öl und ohne Gewürze. Zu trinken bekommt er Wasser, niemals Milch. Igel ernähren sich in der Natur von eiweiß- und fettreichen Insekten. Sie sind keine Vegetarier, fressen also weder Obst noch Gemüse (s. auch Ernährung).
  • Bei sehr schwachen Tieren können Sie zunächst versuchen, ihnen mittels einer Plastikspritze ohne Nadel etwas lauwarmen, ungesüßten Fenchel- oder Kamillentee einzuflößen, danach auch Breinahrung, zum Bei-spiel Rindfleischzubereitung ab 4. Monat der Firma Hipp-Babynahrung. Auf alle Fälle sollten Sie ein solches Tier dem Tierarzt oder einer Igelstation vorstellen.
  • Igel sind keine Haustiere und kein Kinderspielzeug, sondern geschützte Wildtiere. Unterlassen Sie unbedingt Zähmungsversuche.

Unterbringung:

Igel sind Einzelgänger. Jeder Igel braucht also ein eigenes Gehege. Nur ganz junge Igel aus einem Wurf vertragen sich eine Zeitlang miteinander.
Ein Igelgehege soll mindestens 2 qm groß und absolut ausbruchsicher sein. Die Höhe der Seitenwände muß 45 bis 50 cm betragen. Am besten fertigt man das Gehege aus gut zu reinigenden, beschichteten Span- oder Hartfaserplatten an, und stattet es wegen der Wärmedämmung auch mit einem Boden aus. Diesen bedeckt man mit mehreren Lagen Zeitungspapier (nicht mit Sägemehl, Katzenstreu, Torf o.ä.), das man täglich (!) wechselt.

Als Schlafhäuschen wählt man einen oben zuklappbaren Karton von ca. 30 cm Kantenlänge und versieht ihn mit einem seitlichen Schlupfloch von ca. 10 x 10 cm. Das Schlafhaus wird mit reichlich zerrissenem und zerknüllten Zeitungspapier (kein Heu/Stroh, keine Lappen, keine Holzwolle) gefüllt, das man bei Verschmutzung austauscht.



Die Igelschutz-Interessengemeinschaft sucht Pflegeplätze!

Jedes Jahr im Herbst wird in unseren Igelstationen eine große Zahl hilfsbedürftiger Igel (im Sinne des BNatSchG §43) vorgestellt und gepflegt. Wir behandeln die Igelpfleglinge in Zusammenarbeit mit Tierärzten.
Die Finder der Tiere werden von uns detailliert über die Pflege des Stacheltieres informiert und angeleitet. Einige Igelfinder sind jedoch nicht in der Lage, ihren stacheligen Schützlingen eine artgerechte Unterbringung und/oder Überwinterungsmöglichkeit zu bieten. Diese Tiere werden vorübergehend stationär in unseren Stützpunkten aufgenommen. Doch die Plätze in unseren Stützpunkten sind begrenzt und werden stets schnell für andere akut hilfsbedürftige Stacheltiere benötigt. Deshalb suchen wir Pflegestellen bei zuverlässigen Tierfreunden.

Bedingungen für die vorrübergehende Haltung von Igelpfleglingen im Einklang mit dem Tierschutzgesetz § 2 sind:
  • ein ruhiger Platz mit etwa 1,5 qm Auslauf in einem warmen (20° C) ruhigen, hellen Raum mit Fenster.
  • ausgewogene, artgerechte Ernährung
  • die Möglichkeit, dem Igel evtl. über mehrere Monate hinweg zu beherbergen
  • die Voraussetzungen für den Winterschlaf des Pfleglings bei Außentemperatur (ca. 6° C) in einem Gehege, einem kalten Raum oder einem ausbruchssicheren Balkon.
  • Igel sind nachtaktive Wildtiere und müssen auch so gehalten werden, damit sie später wieder in ihrem natürlichen Lebensraum zurechtkommen.
Das Ziel der Betreuung ist, den Igel so bald wie möglich gesund und lebenstüchtig in die Freiheit zu entlassen. Ein allzu enger Kontakt zu dem Menschen und zu Haustieren muss unbedingt vermieden werden, damit das Wildtier nicht zahm wird und seine natürliche Scheu verliert. Die biologischen Eigenheiten des Igels (tagsüber schlafend, nachts aktiv, Winterschläfer) sind zu berücksichtigen. Kein Igel ist ein Haustier oder ein «Spielkamerad»für Kinder!
Die Pflege eines Igels ist eine ebenso schöne wie verantwortungsvolle Aufgabe.
Wenn Sie sich über die Aufnahme eines Wintergastes informieren möchten, wenden Sie sich bitte an unsere Stützpunkte oder unsere Geschäftsstelle. Ab September treffen wir die Vorbereitungen für die Igelsaison und freuen uns über Ihren Anruf, denn wir brauchen Ihre Hilfe und - Igel brauchen Freunde!

Ernährung:

Igel sind Insektenfresser, doch in der Gefangenschaft soll man sie nicht mit Schnecken, Regenwürmern etc. ernähren, weil diese Überträger von Innenparasiten sind. Milch bewirkt wegen ihres Milchzuckers Durchfall, in der Folge Darmentzündungen und Infektionen, die für den Igel tödlich enden können. Futter und Wasser reicht man in kippsicheren, flachen Glas- oder Porzellannäpfen. Gefüttert wird in der Regel nur einmal täg-lich, und zwar abends. Läuft jedoch ein offensichtlich hungriger Igel auch tagsüber unruhig im Gehege her-um, sollte man ihm selbstverständlich Nahrung anbieten. Das gleiche gilt für geschwächte Tiere, die die notwendige Futtermenge oft nur in mehreren kleinen Portionen einnehmen. Futterreste müssen weggeworfen und die Näpfe täglich (bzw. nach jeder Mahlzeit) heiß gespült werden.

Die erforderliche Nahrungsmenge ist von Igel zu Igel verschieden. Sie hängt vom Körpergewicht und vom Gesundheitszustand ab. Ein mittelgroßer Igel frißt etwa eine Menge, die einen 150-g-Joghurtbecher füllen würde. Maßstab für die richtige Futtermenge bildet die Gewichtszunahme. Anfangs wird der Igel täglich, später nur noch wöchentlich gewogen. Man legt ihn dazu auf dem Rücken in die Waagschale und pustet ihn ein bißchen an, damit er ruhig hält. Wenn ein abgemagertes Tier Nachholbedarf hat, kann es täglich 10 bis 20 g zunehmen, später sollten es 7 bis 10 g pro Tag sein.
Pro Portion gibt man entweder einen Eßlöffel Weizenkleie oder zwei Eßlöffel Futterhaferflocken bzw. Igel-trockenfutter zum Fleisch, Ei oder Dosenfutter. Evtl. feuchtet man die Mischung mit etwas Wasser an.

«Grundnahrungsmittel» für Igelfutter:

  • Katzen- oder Hundedosenfutter,
  • Eier (hartgekocht oder als Rührei),
  • Geflügelfleisch (gekocht) und
  • Rinderhackfleisch (roh nur ganz frisch, besser kurz anbraten).
  • Als darunter zu mischende «Ballaststoffe»
  • (zur guten Verdauung unerläßlich) eignen sich:
    • Weizenkleie,
    • Futterhaferflocken oder
    • Igeltrockenfutter.

    Speisekarte für Igelpfleglinge- Empfehlungen der Igelschutz-Interessengemeinschaft!

    «Igelmenü 1» für die Vorratshaltung:
    1 Poularde oder Hähnchen und 1 kg Möhren kochen. Das Fleisch enthäuten und ohne Knochen) und die Möhren durch einen Fleischwolf drehen und mit der Brühe und 200 g Matzinger Hundeflocken oder Futterhaferflocken zu einem Brei verarbeiten.
    In Portionen zu je 80-100 g einfrieren. Für einen Igel benötigt man täglich etwa 2-3Eßlöffel, das entspricht der Füllmenge eines kleinen Joghurtbechers)

    Alternative «Igelmenü 2»:
    Katzenfutter mit Weizenkleie und 3 Tropfen Sonnenblumenöl plus Futterhaferflocken

    oder Alternative «Igelmenü 3»:
    gekochtes Rinderhack mit gekochten Möhren und Matzinger Hundeflocken oder Weizenkleie anmengen

    gelegentlich, etwa einmal in der Woche «etwas für die Zähne»:
    1 Hähnchenhals oder 1 Hähnchenflügel, gekocht und ungewürzt mit Haut und Knochen geben

Winterschlaf:

Grundsätzlich ist anzustreben, gesund gepflegte Igel bzw. aufgezogene Igeljunge noch im Herbst auszuwildern.
Erreicht ein in menschliche Pflege genommener Igel ein für den Winterschlaf ausreichendes Gewicht (mindestens 500g, besser 600 bis 650g) jedoch erst sehr kurz vor Wintereinbruch oder gar danach, muß man bis zum Frühjahr warten, ehe man ihn in die Freiheit entläßt.
Doch sollte man einem gesunden Tier auch bei häuslicher Überwinterung Gelegenheit zum Winterschlaf geben. Zu diesem Zweck stellt man sein Gehege in ein kaltes Zimmer, auf den Balkon, auf die Terrasse, in ein Gartenhäuschen, oder man baut ein Freigehege im Garten. Kellerräume sind meist ungeeignet, weil zu warm. Die Umgebungstemperatur sollte möglichst der Außentemperatur entsprechen. Bei Raumtemperaturen von mehr als 6 Grad fällt der Igel lediglich in einen kräftezehrenden «Dämmerschlaf», in dem er weder fressen noch winterschlafen kann. Daher ist auch direkte Sonneneinstrahlung (Südseite) zu vermeiden. Das bisher benützte Schlafhäuschen setzt man in einen etwas größeren Karton, besser noch in ein Holz- oder Spanplattenhäuschen (etwa 40 cm Kantenlänge) und isoliert zwischen beiden Häusern sowie Ober- und Unterseite mit reichlich zusammengeknülltem Zeitungspapier. Selbstverständlich schneidet oder sägt man auch in das Überhaus ein deckungsgleiches Schlupfloch.
Nachdem man den Igel in sein Winterquartier gebracht hat, füttert man ihn solange normal weiter, bis er das Futter nicht mehr anrührt. Bis dahin können einige Tage, aber auch Wochen vergehen. Auslauf und Häuschen reinigt man nach wie vor.
Hat sich der Igel dann offensichtlich zum Winterschlaf zurückgezogen, klebt man mit zwei Stückchen Klebeband ein Blatt Toilettenpapier vor das Schlupfloch. So kann man - ohne ins Schlafhaus zu fassen - auf einen Blick erkennen, ob das Tier wieder aufgewacht ist und nachts sein Häuschen verlassen hat oder ob es weiterschläft. Für alle Fälle und als «Notration»stellt man in das Gehege ein Schälchen mit Igel- oder Katzentrockenfutter, dazu frisches Wasser.
Auch schlafende Igel muß man täglich kontrollieren!
Eine Unterbrechung des Winterschlafs bei steigenden Temperaturen kommt hin und wieder vor. Dann füttert man die normale, eiweißreiche Nahrung.

Auswilderung:

Igel - auch solche, die in menschlicher Obhut Winterschlaf halten - wachen meist Ende März bis Mitte April auf und müssen nun wieder aufgefüttert werden. Innerhalb von zwei bis drei Wochen erreicht oder übertrifft der Pflegling das Gewicht, das er vor dem Winterschlaf hatte (Aussetzgewicht von Jungigeln: ca. 700 - 800 g). Ideal ist es, wenn er die Zeit bis zum Aussetzen in einem Freigehege verbringen darf. Er kann dort seine Muskeln trainieren und findet außer dem Futter im Napf auch schon etwas natürliche Nahrung, was ihm die Eingliederung in die Natur erleichtert.
Praxistip: Ein Freigehege für einen Igel sollte mindestens 4 qm groß sein, zwei Igel brauchen 8 qm usw. Als Zaunmaterial geeignet sind z.B. Wellpolyester, PVC-Platten, Holzbretter, halbrunde Palisadenhölzer, sehr feiner Maschendraht. Der Zaun muß mindestens 50 cm hoch sein und 10 - 15 cm in den Boden eingegraben werden. Einen Drahtzaun schließt man oben mit einem nach innen ragenden Brett ab, damit er nicht überklettert werden kann. Ein Baum oder Büsche im Gehege spenden dem Schlafhaus den nötigen Schatten.
Das Futter wird in ein regendichtes Häuschen mit gut zu reinigendem Boden gestellt. Um das Futter vor Katzen zu schützen, empfiehlt sich der Bau eines Futterhauses. Auch im Freigehege ist Sauberkeit oberstes Gebot!
Die Zeit zum Aussetzen ist gekommen, wenn im Frühjahr Sträucher und Hecken ergrünt, die Nahrungstiere des Igels wieder vorhanden sind, und auch die Geranien in den Blumenkästen ins Freie kommen (ca. Ende April bis spätestens Mitte Mai).
Soll der Igel im eigenen Garten ausgesetzt werden, baut man einfach das Gehege ab, beläßt aber das Schlafhaus und beschickt die Futterstelle weiterhin, bis der Igel beides ignoriert.
Kennt man den Fundort des Igels, so ist er unbedingt dort wieder hinzubringen. Igel haben ein gutes Ortsge-dächnis! Muß man ein Aussetzgelände suchen, ist zu beachten, daß der neue Lebensraum Nahrung und Deckung bietet. Nicht infrage kommen steile Hanglangen, feuchte Böden, Flußufer, Überschwemmungsgebiete, Nadel- und Laubhochwälder, ausgeräumte landwirtschaftliche Flächen, die Nähe von nachts stark befahrenen Straßen, Baustellen, Gebiete mit regelmäßigem Insektizideinsatz.
Die beste Zeit zum Aussetzen ist die Abenddämmerung.
Praxistip: Vor dem Aussetzen müssen meist die Krallen des Igels gekürzt werden. Betrachtet man sie von der Fußsohle aus, sieht man die hohlen Teile der Krallen, die abgeschnitten werden können. Kontaktieren Sie evtl. Tierarzt oder Igelstation!
Zahlreiche Beobachtungen haben ergeben, daß sich fachgerecht aufgezogene und gesund gepflegte Igel gut in der Natur zurechtfinden.

Die Igelschutz-Interessengemeinschaft sucht Auswilderungsplätze für Igelpfleglinge!

Für die Auswilderung Ende April/Anfang Mai, wenn die Nachttemperaturen nicht mehr unter 10 Grad gehen, die Vegetation schon fortgeschritten ist und genügend Bodeninsekten den Igeln Nestbau und Nahrungssuche ermöglichen, suchen wir in der Nähe unserer Stützpunkte geeignetes Gelände. Igelfreundliche Menschen können uns helfen, für einige Pfleglinge, insbesondere für die Jungigel, die noch nicht selbstständig in der Freiheit lebten, also nicht am Fundort ausgewildert werden müssen, einen neuen Lebensraum zu suchen.

Für Igel geeignete Lebensräume sind:
  • in ruhiger Umgebung, möglichst entfernt von befahrenen Straßen,
  • in ländliche Gebieten, möglichst naturbelassen und kleinräumig strukturiert
  • auf "verwildertem" Gelände, auf dem keine Bebauung geplant ist,
  • in der Nähe von Bauerngärten oder Höfen mit ökologischer Landwirtschaft
  • mit Hecken, Wiesen und Büschen, Reisighaufen und Holzstapeln für Nahrungssuche und Unterschlupf und kleinen Bachläufen oder flachauslaufenden Teichen, aus denen Igel ungefährdet trinken können.
Nicht geeignet als Lebensraum sind:
  • Hochwald, Wiesen ohne Gebüsch und Hecken
  • landwirtschaftliche Monokulturen
  • für Tiere nicht frei zugängliche Friedhöfe, Kleingartenanlagen, Campingplätze, belebte Ausflugsgebiete etc.,
  • Gelände in direkter Nähe von stark befahrenen Straßen,
  • Gärten und Gebiete, in denen chemische Pflanzenschutz- und Düngemittel verwendet, in denen Fallen aufgestellt werden oder die rundum geschlossen sind.
In einem igelfreundlichen Garten oder geeigneten Lebensraum wird der Igel in der Dämmerung in seinem Schlafkarton unter einem Busch, gut mit Laub und Reisig getarnt, ausgewildert. Man stellt Wasser- und Futterschälchen daneben, die noch einige Wochen täglich in den Abendstunden neu befüllt werden. Stellt man fest, dass der Igel nicht wiederkommt, räumt man das Häuschen weg und stellt das Füttern ein.
Wenn Sie unseren Schützlingen einen geeigneten Lebensraum anbieten können und bereit sind die Igel noch einige Wochen zuverlässig abends zuzufüttern, dann melden Sie sich bitte ab März bei einem unserer Stützpunkte oder unserer Geschäftsstelle. Wir schauen uns den Platz gerne an und freuen uns über Ihre Hilfe, denn - Igel brauchen Freunde!


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