Unterbringung

Igel sind Einzelgänger. Jeder Igel braucht also ein eigenes Gehege. Nur ganz junge Igel aus einem Wurf vertragen sich eine Zeitlang miteinander.
Ein Igelgehege soll mindestens 2 qm groß und absolut ausbruchsicher sein. Die Höhe der Seitenwände muß 45 bis 50 cm betragen. Am besten fertigt man das Gehege aus gut zu reinigenden, beschichteten Span- oder Hartfaserplatten an, und stattet es wegen der Wärmedämmung auch mit einem Boden aus. Diesen bedeckt man mit mehreren Lagen Zeitungspapier (nicht mit Sägemehl, Katzenstreu, Torf o.ä.), das man täglich (!) wechselt.

Als Schlafhäuschen wählt man einen oben zuklappbaren Karton von ca. 30 cm Kantenlänge und versieht ihn mit einem seitlichen Schlupfloch von ca. 10 x 10 cm. Das Schlafhaus wird mit reichlich zerrissenem und zerknüllten Zeitungspapier (kein Heu/Stroh, keine Lappen, keine Holzwolle) gefüllt, das man bei Verschmutzung austauscht.

 

Die Igelschutz-Interessengemeinschaft sucht Pflegeplätze!

Jedes Jahr im Herbst wird in unseren Igelstationen eine große Zahl hilfsbedürftiger Igel (im Sinne des BNatSchG §43) vorgestellt und gepflegt. Wir behandeln die Igelpfleglinge in Zusammenarbeit mit Tierärzten.
Die Finder der Tiere werden von uns detailliert über die Pflege des Stacheltieres informiert und angeleitet. Einige Igelfinder sind jedoch nicht in der Lage, ihren stacheligen Schützlingen eine artgerechte Unterbringung und/oder Überwinterungsmöglichkeit zu bieten. Diese Tiere werden vorübergehend stationär in unseren Stützpunkten aufgenommen. Doch die Plätze in unseren Stützpunkten sind begrenzt und werden stets schnell für andere akut hilfsbedürftige Stacheltiere benötigt. Deshalb suchen wir Pflegestellen bei zuverlässigen Tierfreunden.

Bedingungen für die vorrübergehende Haltung von Igelpfleglingen im Einklang mit dem Tierschutzgesetz § 2 sind:

  • ein ruhiger Platz mit etwa 1,5 qm Auslauf in einem warmen (20° C) ruhigen, hellen Raum mit Fenster.
  • ausgewogene, artgerechte Ernährung
  • die Möglichkeit, dem Igel evtl. über mehrere Monate hinweg zu beherbergen
  • die Voraussetzungen für den Winterschlaf des Pfleglings bei Außentemperatur (ca. 6° C) in einem Gehege, einem kalten Raum oder einem ausbruchssicheren Balkon.
  • Igel sind nachtaktive Wildtiere und müssen auch so gehalten werden, damit sie später wieder in ihrem natürlichen Lebensraum zurechtkommen.

Das Ziel der Betreuung ist, den Igel so bald wie möglich gesund und lebenstüchtig in die Freiheit zu entlassen. Ein allzu enger Kontakt zu dem Menschen und zu Haustieren muss unbedingt vermieden werden, damit das Wildtier nicht zahm wird und seine natürliche Scheu verliert. Die biologischen Eigenheiten des Igels (tagsüber schlafend, nachts aktiv, Winterschläfer) sind zu berücksichtigen. Kein Igel ist ein Haustier oder ein «Spielkamerad»für Kinder!
Die Pflege eines Igels ist eine ebenso schöne wie verantwortungsvolle Aufgabe.
Wenn Sie sich über die Aufnahme eines Wintergastes informieren möchten, wenden Sie sich bitte an unsere Stützpunkte oder unsere Geschäftsstelle. Ab September treffen wir die Vorbereitungen für die Igelsaison und freuen uns über Ihren Anruf, denn wir brauchen Ihre Hilfe und – Igel brauchen Freunde!